Os Piratas do Bom Jardim
Weit weit weg auf der anderen Seite des Atlantiks fliesst der Fluss Parnaíba ins Meer. Schwimmt man Kilometer für Kilometer zwischen hungrigen Krokodilen, Piranhas und Wasserschlangen flussaufwärts, findet man irgendwo auf der linken Uferseite einen verlassen Wald. Cashew, Kokos, Kaktus und vermoderte Palmen wuchern hier wild durcheinander. Man sagt, dass die berüchtigten Süsswasserpiraten von Bom Jardim einen Schatz bewachen. Nur wenige Eindringlinge realisieren ihr Glück, denn der Schatz ist nicht sichtbar für jedes Auge. Um ihn zu sehen, braucht es Herz und drei Eimer voll Geduld.
Eines Tages ist die Kraft der ganzen Mannschaft gefragt: Ein abgeholztes Stück Wald sollte angezündet werden, um den Boden danach frisch zu bewirtschaften. Der Schatz von Bom Jardim könnte in Gefahr geraten – schwups – alle Piraten stehen bereit. Wasserkübel werden weitergereicht, Spritzkannen und Gartenschlauch in vollem Einsatz. Hinter dem Chalet knistern und knacksen die Flammen, Palmen fallen in sich zusammen. Die Piraten beweisen sich heldenhaft als Feuerdompteure und halten die Flammen in Schach.
Währenddessen befinden sich sechs grosse Piraten auf musikalischen Raubzügen im Süden des Landes. Die zweitägige Reise durch die Nacht mit Nachbarpiraten aus Teresina führt sie nach Uberlândia im Staat Minas Gerais zum grossen Treffen der Saitenkünstler! Von Morgen bis Abends wird mit Noten verhandelt und fleissig wird nach wertvollste Milliodien gegraben. Doch klimpern keine Goldmünzen in den Taschen, sondern Klänge in den Köpfen. Wer genau hinsieht merkt, dass die Piraten längst mit dem Schatz verwachsen sind. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann musizieren sie noch heute in Bom Jardim.


